Plötzlich schoss ein riesiger Wurm in der Mitte des Wassers in die Höhe. Schnell kroch er am Land und verharrte dort eine Weile.

Türraum und Teddy hatten sich hinter einem Baum verkrochen. Ihre Herzen schlugen ihnen bis zum Hals. Sie hofften nur, dass der Wurm nicht in ihre Richtung kriechen würde. So ein Riesending konnte leicht die Bäume wie ein Stück Pappe umknicken.

„Jetzt ja keinen Laut“, flüsterte Türraum Teddy zu.

Teddy schüttelte den Kopf.

Langsam bewegte sich der Wurm in ihre Richtung. Einige Bäume knickten ab und rissen einige andere mit sich.

„Scheiße“, rief Türraum. „Los ,laufen Sie so schnell Sie können.“

In diesem Augenblick sausten beide aus ihrem Versteck und rannten in Richtung Wasserloch. Das war der kleine Ort, in dem Türraum und Teddy wohnten.

Keiner von den beiden wagte es, sich umzudrehen. Jeder hörte hinter sich die Bäume brechen. Es klang, als ob der Wurm ganz dicht hinter ihnen war und den ganzen Wald abroden würde.

Es kam selten vor, dass einer der Riesenwürmer mal in eines der Dörfer kam. Sie hielten sich lieber da auf, wo es am feuchtesten war. Und das war nun Mal im Wald.

Türraum kannte den Weg hier genau und wusste, wo sie lang laufen mussten. Es gab zwar keinen richtigen Pfad und hin und wieder gab der Boden unter ihren Füßen nach, aber dennoch mussten sie weiter laufen. Wasserloch war noch eine ganze Weile entfernt.

Teddy jagte Türraum einfach nur hinterher. „Ich hoffe, Sie wissen, wo wir lang hechten“, rief er beinahe aus der Puste.

„Keine Panik, ich kenne hier fast jeden Baum.“

„Das Vieh muss direkt hinter uns sein“, klagte Teddy.

„Nicht umdrehen, sondern nur laufen“, rief Türraum. „Auch das noch.“

„Was ist“, schrie Teddy panisch.

„Da hinten geht’s bergauf. Da es gestern geregnet hat, ist der Boden auch sehr weich. Also wird es schwierig werden, den Weg hinaufzuklettern.“

„Gibt es keinen andern Pfad?“

„Nein. Wir müssen über die Bergkuppe, sonst kommen wir nicht in Wasserloch an.“

„Na großartig“, stöhnte Teddy.

Krawums. Da krachte schon wieder ein Baum um. Teddy drehte sich um und blieb stehen. „Hey“, rief er Türraum zu. „Sieh doch nur.“

Türraum drehte sich um und blieb ebenfalls stehen.

Der Wurm kroch in einer anderen Richtung weiter. Aber warum? Meistens verfolgten sie die Stellzenläufer und verschlangen sie dann. Und wenn sie keinen von den Zweibeiner bekamen, dann ernährten sie sich von der Vegetation.

„Da stimmt was nicht“, vermutete Türraum. „Entweder ist er satt, oder er flieht selber vor etwas.“

„Meinst du?“, fragte Teddy. „Wenn er vor etwas flieht, dann möchte ich nicht wissen, was es ist.“

Teddy und Türraum setzten sich in Bewegung. Diesmal nicht ganz so schnell wie eben, als sie auf der Flucht vor den Wurm waren, aber dennoch etwas zügig. Schon bald hatten sie den Berg erreicht und mühten sich damit ab, die Steigung hinaufzukommen.

Als sie die Hälfte hinter sich hatten, vernahmen sie ein Geräusch in nicht allzu weiter Ferne, das fast jeder Bewohner in der Regenwüste kannte und vor dem sich jeder in Acht nahm, wenn das Geräusch zu hören war.

„Hören Sie das?“, fragte Teddy.

Türraum nickte bestätigend. „Ich glaube, wir sollten nun sehen, das wir uns ganz schnell von hier verziehen.“

Vorsichtig und darauf bedacht, kein Geräusch von sich zu geben, schlichen sie weiter zum Berg.