Langsam wurde dem Geuer klar, wer die Erscheinung war. Jedes Lebewesen begegnete ihr nur ein einziges Mal. Und was dann geschah, hatte noch nie ein Lebewesen berichten können.

„Nein“, krächzte der Geuer. „Nicht du.“

„Und ob ich“, grinste Tod. „Ich habe schon auf dich gewartet.“

Der Geuer wollte entfliehen, aber seine Flügel gehorchten ihm nicht. Es war, als würde er von einer fremden Kraft gesteuert werden, die ihn langsam zu Tod brachte.

„Warum denn das?“ fragte der Geuer.

Neben Tod tauchte noch eine andere Körperform auf. Sie war fast unscheinbar und sehr schlecht zu erkennen. Nach einem kurzen Augenblick erkannte der Geuer auch diese Gestalt. Es war die Figur, die ihm damals die Zeit zum Leben eingehaucht hatte. Zeitleanor.

„Weil deine Zeit vorüber ist“, sagte Zeitleanor. „Deine jüngeren Nachfolger haben dich hereingelegt und du hast es gar nicht bemerkt.“

„Ich will aber nicht, dass meine Zeit schon vorbei ist“, protestierte der Geuer.

„Irgendwann ist die Zeit, die ich jedem Lebewesen gebe, auch einmal vorbei.“

„Warum?“, wollte der Geuer wissen. „Warum können wir Geuer nicht ewig existieren?“

„Wenn die Zeit vorbei ist, dann ist sie vorbei“, brauste Tod auf. „Und nun komm endlich, damit ich diese verdammte Tür hier öffnen kann.“

„Aber ich...“

„Tod hat leider recht“, sagte Zeitleanor. „Wir haben uns das nicht ausgedacht. Jeder möchte gern wieder zurück. Aber es gibt leider keinen Rückweg mehr.“

Tod stand mit wartendem und finsterem Ausdruck im Gesicht da. „Nun komm endlich“, drängte er.

„Ich muss schließlich noch woanders hin.“

Zeit schinden brachte den Geuer nicht weiter. Die unsichtbare Antriebskraft brachte ihn immer näher zu Tod. Ihm schien es fast, als sei es von Sekunde zu Sekunde.

Der Geuer sah, dass Tod die Tür zum NICHTS öffnete. Noch konnte der Geuer nichts erkennen, was es hinter dieser Tür geben sollte. Doch dann, als er bei der Tür war, und er Tod und Zeitleanor noch einmal genauer ansehen konnte, überkam ihm ein unbeschreibliches auflösendes Gefühl. Es war vorbei.

Tod schloss die Tür und blickte Zeitleanor von der Seite an. „Warum ging das nicht schneller?“ Musst du ihnen immer noch etwas Zeit geben?“

„Mir ist ganz neu, dass du es eilig hast. Ich dachte immer, Eile sei eine schlechte Angewohnheit, die du nicht leiden kannst.“

„Ist es auch“, fuhr Tod los. „Und nun entschuldige mich. Ich muss in meinen Amt noch etwas erledigen.“

Mit diesen Worten ließ er Zeitleanor alleine zurück.