Ich glaube, dass manche Lebewesen ihr Schicksal einfach heraufbeschwören“, meinte Roman.

Ganz recht,“ sagte Tod, „Erinnerst du dich noch an die Menschen? Von denen wollten viele, dass es ihnen schlecht ging. Über alles hatten sie sich beklagt.“

Ach ja, die Menschen“, seufzte Roman. „Die habe ich schon fast vergessen. Sehr eigenwillige Lebewesen.“

Du bist nicht oft in dieser Gegend, oder?“, fragte Tod.

Nein. Ich bin in meinem ganzen Dasein vielleicht fünf Mal hier gewesen. Na ja, Ziana und Zunkus sind ja auch selten da.“

Ziana und Zunkus waren die Himmelsherrscher über den Teil der Wüstenwelt, der sich Zuckerwüste nannte.

Tod nickte. Es kamen nun keine Stellzenläufer mehr an ihm vorbei. Dafür schwebte eine Ameise an ihm vorüber. Tod hielt ihr die Tür zum Nichts auf. „Ich kann diesen scheiß Süßkrams nicht ausstehen“, rief Tod. „Allein wenn ich schon einen Schokoriegel sehe, dann wird mir schlecht. Wenn ich nicht ich selbst wäre, würde ich sagen, dass mich so ein Ding umbringen würde. Pah. Pfui Teufel. Die hauen sich genauso einen scheiß rein, wie die Menschen damals. Die Menschen meinten auch, sie seien vollkommen gewesen.“

Wem sagst du das?“, fragte Roman.

Ich weiß mit wem ich auf der Wolke hier sitze“, sagte Tod. "Immerhin haben wir beide schon oft genug zusammen gesessen.“




Die Stellzenläufer in Süßhausen hatten sich vor den Ameisen in Sicherheit gebracht. Sie waren in ihre Häuser geflüchtet und trauten sich nicht mehr hinaus. Es regnete schon eine ganze Weile. Jeder Stellzenläufer in Süßhausen wusste, was das für den Berg bedeutete. Der ganze riesige Berg änderte durch die flüssige Süßigkeit seine Form und war eine einzige klebrige Masse, bei der es einige Tage dauern würde, bis sie wieder erhärtete.

Eine von den vier Ameisen krabbelte auf den Berg. Als sie oben war, kam sie nicht weiter. Sie klebte mit ihren Beinen und ihrem halben Leib fest. So sehr sie auch versuchte, sich zu befreien, es ging einfach nicht.

Frau Faß sah aus ihrem Fenster. Von hier aus konnte sie zum Zuckerhügel schauen. Sie sah die Ameise in der Ferne, wie sie am Berg klebte. Aber nicht nur Frau Faß stand am Fenster, sondern halb Süßhausen. Der Regen ließ langsam nach und alle Bewohner hofften nur, dass die Ameise dort nicht mehr wegkommen würde.

Die anderen drei, die sich in den Erdboden vergraben hatten, waren schon gefährlich genug für sie. Was würde morgen oder gar noch in dieser Nacht geschehen? Sie könnten einige Bewohner im Schlaf überraschen, und dann?

Frau Faß war der Ansicht, dass jemand zur Regenwüste gehen und Herr Peng Bescheid sagen sollte. Die anderen drei Ameisen mussten bekämpft werden.

Aber wer würde sich auf den weiten Weg machen, nur um zu Herr Peng zu gehen? Konnte in Zuckerwüste denn wirklich niemand etwas tun?

Eines stand jedenfalls fest: Viele Bewohner würden heute Nacht kein Auge zubekommen.


3.12.15 20:04

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