Der Abend war schneller gekommen, als sie dachten. Bereits wieder in der Regenwüste angekommen, jaulte Kommbarfuß wie ein Schlosshund, hüpfte wie ein Flummi und zog dabei das rechte Bein nach oben. Mit der rechten Hand fasste er sich dabei an seinem verdreckten rechten Fuß.

Die Brüder Jemand‘s lachten.

Ich habe mir etwas in den Fuß getreten“, jammerte Kommabrfuß. Das Gewitter, dass am morgen in der Regenwüste begonnen hatte, flaute langsam ab. Nur der Regen meinte es immer noch gut und gab sein bestes. Hier und da befanden sich große Pfützen.

Lanorando krümmte sich vor lachen. „Wir hatten dir doch gleich gesagt, dass du dir etwas an die Füße ziehen solltest. Aber du hattest unseren Rat ja ignoriert.“

Der Regen peitschte ihnen ins Gesicht.

Darf ich mich Mal eben an dir abstützen?“, fragte Kommbarfuß und lehnte sich auf Lanorandos Schulter. Kommbarfuß hob seinen Fuß und befühlte ihn. Nichts war festzustellen. Dann aber rieb sein Finger über etwas kleines, spitzes. Sein Fuß schmerzte, als er mit dem Finger über das Etwas kam.

Krampfhaft versuchte er, dieses Etwas mit zwei Fingern hinauszuziehen, während seine beiden Begleiter immer noch am lachen waren. Er konnte es geradeso zwischen zwei Fingern fassen. Dann zog er das Etwas heraus.

Ein Holzsplitter“, bemerkte er, als er sich das Ding ansah und wieder auf beiden Füßen stand. Er spürte, wie der stechende Schmerz in seinem Fuß ihn langsam verließ und das sich ansammelnde Wasser auf dem Weg seine Füße umzingelte. „Ein verdammter Holzsplitter. Warum mussten wir denn auch durch den Wald gehen? Gab es keinen anderen Weg?“

Ich bitte dich“, sagte Linirando. „Es ist kein Wald, durch den wir hier laufen. Es ist doch nur eine Allee mit ein paar Häusern dazwischen. Außerdem sind wir gleich bei mir.“

Gesagt, getan. Es dauerte nicht mehr lange, und sie standen vor Linirandos Haus.

Ich habe zwei Untermieter bei mir“, sagte Linirando.

Wieso zwei Untermieter?“, wollte sein Bruder wissen.

Nun ja, sie mussten ihre Wohnung verlassen, da sich hinter ihren Häusern Ameisennester befanden. Und um ihnen Sicherheit zu geben, hat mich der Möchtegernkanzler gebeten, sie bei mir unterkommen zu lassen. Es gibt natürlich noch eine Reihe anderer Stellzenläufer, die untergebracht werden wollten, aber ich kann nicht viele Personen aufnehmen.“

Und du hast dich sofort damit einverstanden erklärt?“, fragte Lanorando.

Warum nicht? Ich nutze die Wohnung im Moment nicht.“ „Wo lebst du denn?“

Bei dem Möchtegernkanzler im Amt. Dort stehen einige Räume leer, und er hatte mir angeboten, sie zu nutzen.“

Der Regen lief an ihren Leibern hinunter und Linirando fummelte in seiner Hosentasche nach dem Haustürschlüssel.

Als er ihn endlich fand, steckte er ihn ins Schloss und öffnete die Tür. „Hallo“, rief er ins Haus. Die

Wohnzimmertür ging auf und Türraum kam heraus.

28.11.15 16:55

Letzte Einträge: Angriff in Süßhausen

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen